Freitag, 8. Februar 2013

Planungen für das Institut in Hellerau 1921

Gurdjieff in Hellerau 1921
In Berlin brachte ich diejenigen, die mir gefolgt waren, in Hotels unter und mietete im Stadtteil Schmargendorf einen großen Saal, wo die unterbrochene Arbeit fortgesetzt werden konnte. Dann reiste ich in Deutschland umher, um mir an verschiedenen Orten Gebäude anzuschauen, die nach Mitteilung einiger Bekannter den Bedürfnissen des Instituts zu entsprechen schienen. Nachdem ich eine Reihe davon besichtigt hatte, fiel meine Wahl schließlich auf ein Gebäude in Hellerau, nicht weit von Dresden, das für eine neue Bewegung, die kurz zuvor unter dem Namen System Dalcroze viel von sich reden gemacht hatte, eigens gebaut und großzügig eingerichtet worden war.

Da ich der Ansicht war, daß dieses Haus und seine Ausstattung sich für die Errichtung und künftige Entwicklung des Hauptsitzes des Instituts mehr oder weniger eignete, beschloß ich, das ganze Anwesen zu kaufen. Aber während ich mit dem Besitzer in Verhandlungen stand, wurde mir von einer Gruppe von Engländern, die von meinen Ideen angezogen waren, der Vorschlag unterbreitet, mein Institut in London zu eröffnen; sie erboten sich, alle Kosten und Organisationsprobleme zu übernehmen.

In Anbetracht der unsicheren finanziellen Lage, in der wir uns befanden, reizte mich dieses Angebot, und ich fuhr nach London, um mich an Ort und Stelle mit der Lage der Dinge in diesem Land vertraut zu machen. Da der Fortgang der Arbeit in Berlin für mich von großer Bedeutung war und eine längere Abwesenheit nachteilig gewesen wäre, andererseits jedoch die verschiedenen Fragen, die den englischen Vorschlag betrafen, nicht aus der Feme entschieden werden konnten, beschloß ich, alle zwei oder drei Wochen für drei,
vier Tage nach London zu reisen.

Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen S.341

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