Samstag, 20. April 2013

Kunst im Dienst des objektiven Wissens

Dort, wo Wahrheit ist, kann es keine unterschiedlichen Meinungen geben. Im Altertum stand das, was man heute Kunst nennt, im Dienst des objektiven Wissens. Und wie wir in bezug auf die Tänze sagten, waren die Kunstwerke vor allem dazu bestimmt, an die ewigen Gesetze vom Aufbau des Weltalls zu erinnern und sie darzustellen. Diejenigen, die sich der Forschung widmeten und auf diese Weise zur Erkenntnis grundlegender Gesetze gelangten, drückten sie in Kunstwerken aus, so wie man es heute in Büchern macht.

Diese Kunst strebte weder nach "Schönheit" noch nach Ähnlichkeit mit irgend etwas oder irgend jemandem. So ist zum Beispiel die Statue eines Meisters aus früheren Zeiten nicht die Abbildung der Gestalt eines besonderen Menschen oder der Ausdruck einer subjektiven Empfindung; sie ist, an sich, entweder Ausdruck der Erkenntnisgesetze, wie sie sich in den Formen des menschlichen Körpers zeigen, oder ein Mittel zur objektiven Übermittlung eines Gemütszustandes. Die Form, die Handlung, der gesamte Ausdruck sind gesetzmässig.
Gurdjieffs Gespräche mit seinen Schülern S.45

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