Sonntag, 12. Februar 2017

Die Verklärung Gurdjieffs (Transfiguration 1917 & 1948)

 
Gurdjieff erschien. Aber er war nicht länger der selbe Mann. Er war verwandelt. Er emanierte ein starkes Leuchten, ohne dass sich seine äussere Erscheinung verändert hätte. Seine Präsenz war von einer außergewöhnlichen majestätischen Kraft durchdrungen, die er uns nie zuvor gezeigt hatte. Er blickte uns aufmerksam an, als ob er uns eine Botschaft zukommen lassen wollte. Was ich dabei fühlte fühlte, hinterließ einen sehr starken Eindruck.

Solange Claustres - Becoming Conscious with Mr. Gurdjieff S.86



Im Zusammenhang mit seiner Abreise trug sich etwas sehr Interessantes zu. Es war am Bahnhof. Wir verabschiedeten uns alle am Nikolajewsky-Bahnhof. G. sprach von der Plattform des Wagens aus mit uns. Er war der gewöhnliche G-, wie wir ihn immer gekannt hatten. Nach dem zweiten Läuten ging er in den »Wagen - sein Abteil war das der Tür am nächsten gelegene - und kam zum Fenster.

Er war anders! Im Fenster sahen wir einen anderen Menschen, nicht denjenigen, der in den Zug eingestiegen war. Er hatte sich während dieser wenigen Sekunden gewandelt. Es ist sehr schwierig, den Unterschied zu beschreiben, aber auf der Plattform war er ein gewöhnlicher Mensch wie jeder andere gewesen, und aus dem Fenster blickte uns ein Mensch ganz anderer Art an, mit einer ganz außerordentlichen Bedeutung und Würde in jedem Blick und jeder Bewegung, als ob er plötzlich ein regierender Fürst oder Staatsmann irgendeines unbekannten Königreiches geworden sei, zu dem er jetzt reiste und den wir verabschiedeten. Einige von uns konnten damals nicht klar erkennen, was geschah, aber sie empfanden und erlebten etwas, was außerhalb der üblichen Erscheinungen lag. All dies dauerte nur einige Sekunden.

Ich erinnere mich nicht, wer als erster von dieser „Verklärung" G.'s sprach, als wir allein waren, und es zeigte sich, daß wir sie alle gesehen hatten, wenn wir sie auch nicht alle gleichmäßig bemerkt hatten, während sie stattfand. Aber alle ohne Ausnahme hatten etwas Ungewöhnliches gefühlt.

P.D. Ouspensky -  Auf der Suche nach dem Wunderbaren Kapitel 16

Sonntag, 11. Dezember 2016

Gurdjieff: es gibt nur 4 echte Religionen

Ich spreche nicht von Pseudoreligionen. Es gibt vier authentische Religionen - das Christentum, die Katholische und Orthodoxe Kirche, den muslimischen Glauben, den jüdischen Glauben und die hinduistische Religion.

G.I. Gurdjieff
Irmis Popoff - Gurdjieff. His Work on Myself S.147

Dienstag, 20. September 2016

Aphorismen von Gurdjieff (Early Talks)

Wir sprechen von Superman (vom Übermensch), doch wir haben noch nie einen Menschen gesehen.

Ich bringe Leute in Situationen, um zu sehen, wie sie sich alleine daraus befreien werden. 
Du musst die ersten Anstrengungen selbst unternehmen, später kann ich dir behilflich sein.

Du glaubst. Wenn ich dir sage, du sollst mitten auf der Strasse sitzen, setzt du dich hin.
Ich glaube nur, was ich selbst messen kann und dann weiss ich es.

Kein Mensch ist Freund, kein Mensch ist Feind, alle sind Lehrer.

Sprech mit niemandem der nicht das Bedürfnis hat zuzuhören.

Je größer das Verstehen desto weniger der Worte.

Imagination vergeudet sehr viel Energie.

Kämpfe gegen Suggestion an.

Sich mit verletzten Gefühlen aufzuhalten verhindert das "Leben" in uns fliesst.

wer seinen "Mond" erkennt kann den Kosmos verstehen

Kundalini an der Basis unserer Wirbelsäule hindert uns daran die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Es ist der Stellvertreter des Mondes. Es ist notwendig für das Leben. Denn würden wir die Dinge so sehen, wie sie sind, würden wir uns selbst erhängen.

Derjenige der erkennt was sein "Mond" ist und wie er sich äussert, kann den Kosmos verstehen.
 
G.I. Gurdjieff
Gurdjieff´s Early Talks 1914-1931

Gurdjieff - der Schrecken des Todes / Nahrung für den Mond

We nehmen kleine Schrecken vollkommen wahr, wie z.B. wenn wir eine Maus in unserem Bett entdecken, aber wir können nicht den Schrecken des Todes wahrnehmen. Wären wir dazu in der Lage, würden wir anders leben. Aber das Leben hindert uns, dies zu realisieren.

Der Sinn des Lebens. Einfach nur Transmitter für Vibrationen. Nahrung für den Mond. Wir sind Schafe, die wegen ihrer Wolle von ihren Herren gehalten werden, die uns füttern und uns als Sklaven der Illusion halten. Doch wir haben eine Chance zu entkommen und unsere "Herren" sind bestrebt uns dabei zu helfen, doch wir mögen es Schafe zu sein. Es ist angenehm.

Gurdjieff
12.2.1924
"Gurdjieffs Early Talks 1914-31"

Montag, 19. September 2016

Monsieur Gurdjieff und seine Idioten – Paris 1949

Während des Essens sprach er über die hoffnungslosen Idioten und sagte, wenn wir uns selbst das Ziel des ehrenvollen Sterbens setzten, könne er uns zeigen, wie man unsterblich werde, und (hierbei sah er mich direkt an): »Unsterblich – das ist große Sache. Und das ist nicht alles, weil Sie werden können eines jener Wesen, die sogar sind bedeutungsvoll für unseren Gott«

 Beim heutigen Mittagessen sprach Mr. G. über das Leben in einem Tropfen Wasser und darüber, wie Gott nicht jeden persönlich kennen kann und wie nutzlos die Art von Gebeten sind wie: »Bitte Gott, mach, dass Ehemann mir … gibt.« Darauf folgte eine herrliche Pantomime, wie er einen Pelzmantel anzieht. Die Lebewesen in dem Tropfen Wasser, sagte er, sind wie wir: Sie arbeiten, essen, schlafen und haben sogar einen Gott, zu dem sie beten.

Dann sprach er über den Unterschied zwischen Paradies und Soleil Absolu [Sonne Absolut]. Mit dem Kesdjan-Körper könne man ins Paradies eintreten. Aber das Paradies sei nur gut für zwei, drei Tage. »Sie sich vorstellen, was würde sein, wenn nächstes Jahr, das Jahr danach, hundert Jahre… Sie sich vorstellen, wie Sie wären gelangweilt (er gebrauchte nicht dieses Wort, aber etwas Ähnliches), bei solch einer Sache. Sie müssen gehen wollen zu Soleil Absolu.«


Samstag, 29. August 2015

J.G. Bennett - wahlloses Paaren führt zu weniger stabilen genetischen Mustern

In Bezug auf die zweite sexuelle Funktion bedeutet ein wahlloses Paaren auch die Zeugung einer unterschiedslosen Nachkommenschaft. Es ist eine seltsame Sache, die von vielen Leuten bemerkt wurde, daß wir modernen Leute beinahe wahllos zeugen, ohne genetische Erwägungen anzustellen.

Über 100 Jahre sind wir jetzt im Besitz einer großen Menge Wissen über Genetik und wenden die Regel für erfolgreiches Züchten mit zunehmendem Erfolg bei beinahe jeder Tier- und Pflanzenart an, mit der wir uns beschäftigen, außer bei unserer eigenen Art.

So sind wir fähig, wesentlich verbessertes Korn, Früchte, Blumen und Tiere nahezu jeder Art, die wir brauchen, herzustellen, doch tun wir bei der menschlichen Gattung meist das Gegenteil, und mit den wahllosen Beziehungen von Mann und Frau, die üblich sind, ermutigen wir das Auftreten eines weniger stabilen, genetischen Musters und vernachlässigen das mit höheren Qualitäten.

Quelle: J.G. Bennett - Sex. Umwandlung des Menschen

Montag, 27. Juli 2015

Französische Gurdjieff Doku von 1976

Regisseur: Jean-Claude Lubtchansky

Interviews mit: Philippe Cambessedes, Maurice Desselle, Philippe Lavastine, Dr. Michel De Salzmann, Pierre Schaeffer, Hernri Tracol, Henri De Turenne, Pr. Jean Vaysse, Rene Zuber.

Montag, 22. Juni 2015

G.I. Gurdjieff - meine Arbeit ist künftigen Generationen gewidmet

Wir rauchten und scherzten. Ich fragte Gurdjieff bestimmte Fragen über mich selbst. 

Er sagte, ich verdiene es nicht, dies zu erfahren. 

Ich fragte: "Wenn ich es nicht verdiene, wer verdient es dann?" 

Seine Antwort war, dass es niemand verdiene. 

Ich fragte: "Für wen ist dann all die Arbeit, die Sie tun?"

"Ich werde für künftige Generationen leben," antwortete er. "Es ist für sie."

Jean Toomer

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